HT-Bericht: Habhafte Hausmannskost - aber gesund und vielfältig

Crailsheim. In der Käthe-Kollwitz-Schule in Crailsheim kochen jeden Mittag an vier Tagen in der Woche wechselnde Schülergruppen für jeweils rund 40 "Kollegen" unter der Regie von Hauswirtschaftsmeisterin Andrea Bock.

"Wir haben da im Sonderschulbereich Zeichen gesetzt", erklärt Schulleiter Norbert Ludwig. Die Idee dahinter sei es nicht nur, den Schülern zu vermitteln, was gesundes Essen ist, sondern vielmehr sei das Projekt eine Vorbereitung auf das Arbeitsleben später. Tatsächlich sieht der Rektor gerade in der Gastronomie potenzielle Arbeitsplätze für seine Schüler.

"Das alles ist keine Nebensache neben dem Unterricht, sondern ein Handlungsfeld, wo viele Kompetenzen gelernt werden", so Norbert Ludwig. Die Kinder lernen Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein, Verlässlichkeit und auch Durchhaltevermögen. Der Schulleiter, der selbst leidenschaftlicher Koch ist, nennt noch einen weiteren Grund, weshalb dieser Lernbereich für die Schüler so wichtig ist: "Hier haben sie die Möglichkeit, sich auch einmal zu profilieren und zu glänzen!"

Davon ist auch Andrea Bock überzeugt. Die Hauwirtschaftsmeisterin kocht jeden Tag mit den Schülern, und sie kennt ihre "Pappenheimer" genau. "Es gibt Schüler, die keine Lust haben und den Ablauf stören - aber genauso gibt es Schüler, die sind hier Einser-Kandidaten und haben in den anderen Fächern nur Probleme." Die Schüler bekommen zu Anfang genau zugewiesen, welche Aufgabe sie in der Küche zu erfüllen haben.

Besonderen Wert legt Andrea Bock auf die Qualität des Essens, das sie den Schülern täglich bietet. "Ich koche mit den Schülern Hausmannskost", erklärt sie. Es werden keine Fertigprodukte verwendet, auch wenn dies bedeutet, dass zum Beispiel eine Brühe schon mal am Tag vorher angesetzt werden muss.

Dazu kauft die Hauswirtschaftsmeisterin jeden Tag frisch ein, bevor sie in die Schule kommt. Dabei achtet sie darauf, hauptsächlich BioProdukte zu kaufen. Auch gibt es nicht jeden Tag Fleisch, sondern es wird versucht, das Essen abwechslungsreich zu gestalten, mit Fisch oder auch mit Süßspeisen. Es gibt jeden Tag Salat und auch Nachtisch, wobei Andrea Bock bei der Auswahl darauf achtet, dass die Zusammensetzung zum Hauptgang passt. Will heißen: Ist der Hauptgang besonders eiweißhaltig, gibt es etwas Fruchtiges zum Nachtisch. Sind Kohlenhydrate der Hauptbestandteil der Hauptspeise, steht zum Nachtisch Joghurt oder Pudding auf dem Programm.

Den Speiseplan können die Schüler im Internet oder auf ausgehängten Listen einsehen und sich täglich neu zum Essen anmelden. Lediglich die Hortkinder sind zum Essen in der Schule verpflichtet. Auch viele der Lehrer wissen das qualitativ hochwertige Essen zu schätzen und essen mit den Schülern an einem Tisch. Dabei entstehe eine schöne familiäre Atmosphäre, die viele der Kinder genießen, weiß Andrea Bock. Deshalb gibt es in der Regel auch keine Essensausgabe, sondern das Essen wird am Tisch verteilt, um den familiären Charakter zu unterstützen.

"Schiefgegangen ist beim Kochen erst einmal etwas", erzählt Andrea Bock lachend, "da hab ich vergessen, in der Küche die Uhr auf Sommerzeit umzustellen und habe mich gewundert, dass schon alle aufs Essen warten. . ."

(Quelle: Hohenloher Tagblatt online, 18.4.2011)

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